Nach all den Irrungen und Wirrungen die das Leben so macht
muss ich mich fragen, ob das eventuell Schicksal oder Fügung ist. Ob auf Gutes
immer Schlechtes folgt, auf Schlechtes dann aber auch wieder Gutes. In wie fern
ist man durch sein eigenes Handeln an allem beteiligt, zu 100%? Für einen
spirituellen, einen religiösen Menschen sind diese Fragen relativ klar zu
beantworten, Für einen knallharten Realisten auch – für einen Buddhisten folgt
auf Gutes sowieso grundsätzlich wieder Gutes. Was ist aber mit denen, die
irgendwo dazwischen stehen, die in respektvoller
Ruhe am Grab ihrer Verwandten stehen und gleichzeitig abends fleißig den klugen
Worten Dr. Harald Leschs lauschen? Insofern haben religiöse Menschen ein wenig recht,
wenn sie von verlorenen Seelen sprechen, sie werden durch keinen glauben
gefüllt und von wenig Spiritualität gefestigt, sie füllen sich nur mit den
eigenen Erfahrungen, den eigenen Sinneseindrücken und bauen darauf auf.
Eventuell fühlt sich das manchmal bedrohlich an, als erwachsener Mensch ist man
für so viele Dinge eigenverantwortlich, da ist es schön, wenn einem wenigstens
etwas von den Schultern genommen wird, das ist hier aber nicht der Fall. So
kann ich mich fragen, ob ich es eventuell schwerer habe, ob ich mit mehr fertig
werden muss und mehr Belastung standhalten muss, das wäre wohl aber zu einfach.
Ob man eher zögerlich ist, zum Verdrängen neigt oder ausspricht, was man sagen
möchte, das ist eine Eigenschaft des Charakters und der bildet sich bei allen
einzig durch die Lebenserfahrung.
Ich habe also keine Antwort auf meine Frage und der Sinn des
Lebens scheint sowieso nur das Leben an sich
zu sein (oder 42, Ansichtssache) –
wobei man das ‚nur‘ nicht zu wörtlich verstehen sollte. Ich habe aber wohl die
Möglichkeit bis zu einem gewissen Grad die positiven oder negativen Einflüsse
auf mein Leben zu steuern (ein Privileg, nicht jeder auf dieser Welt kann das),
und das ist völlig individuell auf mein Leben bezogen. Je früher man lernt,
oder sich damit befasst zu lernen in welche Richtung man zu gehen hat, bzw.
frühzeitig erkennt wo man eventuell falsch liegt, desto eher sind die seismischen
Ausschläge nach oben oder unten geringer, die kleinen Erdbeben weniger aus der
Bahn werfend. Das mag sehr nach einem mediokeren Lebensweg klingen, eine
gewisse Stabilität ist in meinen Augen aber nicht falsch, das heißt ja nicht,
dass man nicht 6 Monate durch Südamerika reisen kann, das heißt nur, das man
sich einen Hafen baut, was auch immer das dann für einen selbst bedeuten mag.
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