Freitag, 9. März 2012

#2 - 10000 Wege

Nach all den Irrungen und Wirrungen die das Leben so macht muss ich mich fragen, ob das eventuell Schicksal oder Fügung ist. Ob auf Gutes immer Schlechtes folgt, auf Schlechtes dann aber auch wieder Gutes. In wie fern ist man durch sein eigenes Handeln an allem beteiligt, zu 100%? Für einen spirituellen, einen religiösen Menschen sind diese Fragen relativ klar zu beantworten, Für einen knallharten Realisten auch – für einen Buddhisten folgt auf Gutes sowieso grundsätzlich wieder Gutes. Was ist aber mit denen, die irgendwo  dazwischen stehen, die in respektvoller Ruhe am Grab ihrer Verwandten stehen und gleichzeitig abends fleißig den klugen Worten Dr. Harald Leschs lauschen? Insofern haben religiöse Menschen ein wenig recht, wenn sie von verlorenen Seelen sprechen, sie werden durch keinen glauben gefüllt und von wenig Spiritualität gefestigt, sie füllen sich nur mit den eigenen Erfahrungen, den eigenen Sinneseindrücken und bauen darauf auf. Eventuell fühlt sich das manchmal bedrohlich an, als erwachsener Mensch ist man für so viele Dinge eigenverantwortlich, da ist es schön, wenn einem wenigstens etwas von den Schultern genommen wird, das ist hier aber nicht der Fall. So kann ich mich fragen, ob ich es eventuell schwerer habe, ob ich mit mehr fertig werden muss und mehr Belastung standhalten muss, das wäre wohl aber zu einfach. Ob man eher zögerlich ist, zum Verdrängen neigt oder ausspricht, was man sagen möchte, das ist eine Eigenschaft des Charakters und der bildet sich bei allen einzig durch die Lebenserfahrung. 

Ich habe also keine Antwort auf meine Frage und der Sinn des Lebens scheint sowieso nur das Leben an sich  zu sein (oder 42, Ansichtssache)  – wobei man das ‚nur‘ nicht zu wörtlich verstehen sollte. Ich habe aber wohl die Möglichkeit bis zu einem gewissen Grad die positiven oder negativen Einflüsse auf mein Leben zu steuern (ein Privileg, nicht jeder auf dieser Welt kann das), und das ist völlig individuell auf mein Leben bezogen. Je früher man lernt, oder sich damit befasst zu lernen in welche Richtung man zu gehen hat, bzw. frühzeitig erkennt wo man eventuell falsch liegt, desto eher sind die seismischen Ausschläge nach oben oder unten geringer, die kleinen Erdbeben weniger aus der Bahn werfend. Das mag sehr nach einem mediokeren Lebensweg klingen, eine gewisse Stabilität ist in meinen Augen aber nicht falsch, das heißt ja nicht, dass man nicht 6 Monate durch Südamerika reisen kann, das heißt nur, das man sich einen Hafen baut, was auch immer das dann für einen selbst bedeuten mag. 


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